network+_____ ist ein deutsch-japanisches Ausstellungsprojekt, das vernetzte Praktiken zwischen Disziplinen und Kulturkreisen zeigt. Die Teilnehmer der Ausstellung sind in Grenzbereichen zwischen freier Kunst und angewandter Gestaltung, sowie zwischen digitaler Technik und physischen Objekten tätig. In ihrer Arbeit erkunden sie eine Neubewertung und Vernetzung gängiger Ideen von Schmuck, Textilien und Mode.

SCHMIDTTAKAHASHI unternehmen mit der KOLLEKTION 101 eine “Reanimation” von gebrauchten Kleidungsstücken, die mittels RFID-Chips archiviert werden. Durch ihr digitales Archivierungssystem wird die Verbindung zwischen der Herkunft der Kleidungsstücke und ihren neuen Besitzern gezeigt. Durch diese Vernetzung erhält die Kollektion eine eigene subjektive Wertigkeit, der sich aus der Geschichte des Kleidungsstückes ergibt.

Schlömer zeigt die physischen und virtuellen Ergebnisse des Projekts Schalalala!, das sich zwischen digitalem Remix und physischer Reproduktion bewegt. Existierende Fanschals werden zu neuen Aussagen ‘remixt’, und anschließend neu gestrickt. Die durch zahlreiche Strick-Beiträge entstandene Methodik wird in Workshops vermittelt und erweitert. In offenen Produktionsprozessen in Kooperation mit japanischen Kunststudenten wird eine vernetzte, konzeptionelle Denkweise offengelegt und zur Partizipation angeboten.

Ogawa zeigt ihre neue Arbeit Jewellery Hunting, der ein erweitertes Verständnis des Schmuckbegriffs zugrunde liegt. Anstatt Objekte zu produzieren, weist die Künstlerin auf das ästhetische Potential des alltäglichen Lebens, indem sie zufällige Lichtreflexionen in ihrer Umgebung kartiert und fotografisch archiviert. Die so entstandene Sammlung wird Betrachtern über eine Website zu Erkundung und Vervollständigung offengelegt.

Die Ausstellung versteht sich als offene, kommunikative Plattform. Die Besucher sind dazu eingeladen, aktiv an den Projekten teilzunehmen. SCHMIDTTAKAHASHI laden zur Teilnahme an ihrem Kleidungsarchiv ein, Schlömer zeigt eine konzeptionelle Herangehensweise an textile Techniken wie Stricken, Ogawa initiiert durch Web/Mobile-Services eine Jewellery Hunting im Umfeld des Ausstellungsraumes. Zudem sollen lokale Akteure zu Gastbeiträgen (wie Konzerten, Kochperformances oder Lesungen) in den Ausstellungsraum eingeladen werden.

Im praktischen Erfahren der Ausstellungsbeiträge wird für Besucher so sichtbar, welche konzeptionellen Denkweisen den Arbeiten – über ihre oberflächliche “Schönheit” hinaus – zugrunde liegt. Das offene und vernetzte, “Berlin-typische” Arbeiten der Künstler- bzw. DesignerInnen wird dabei im Dialog zwischen Berlin und Kyoto erweitert.

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